Segelboote bauen und dann gleich ausprobieren, ob sie auch fahren war eine der vielen Rallye-Stationen beim Sommerfest im Zauberwald. Foto: Seibt
Segelboote bauen und dann gleich ausprobieren, ob sie auch fahren war eine der vielen Rallye-Stationen beim Sommerfest im Zauberwald. Foto: Seibt
Von Tatjana Seibt

Die Arbeiten im Zauberwald sind so gut wie abgeschlossen – Förderverein hofft noch auf Spenden

Die neuen Krippenplätze im Zauberwald sind fertig. Davon durften sich die Oberurseler beim Sommerfest erstmals selbst ein Bild machen.

Oberursel. „Schuhfreie Zone“ war in großen Lettern auf einer Matte vor der neuen Krippe zu lesen. „Ziehen Sie bitte die Schuhe aus oder nehmen Sie die Überzieher“, forderte eine Erzieherin die vielen Besucher freundlich auf, die sich zur Führung durch die neue Krippe der Kita Zauberwald angemeldet hatten. „Normalerweise ist der gesamte Kindergartenbereich nur mit Hausschuhen oder Socken zu betreten“, erläuterte Barbara Strauß, Leiterin der städtischen Kindertagesstätte. Aber mit den Überziehern gehe es auch.

Schließlich sollte das Sommerfest mit offizieller Einweihung den Oberurselern am Samstag die Möglichkeit bieten, die Einrichtung nach den Bauarbeiten das erste Mal zu besichtigen. Vieles hat sich verändert, auch einiges, was die Besucher an diesem Tag nicht sehen konnten. Neu ist vor allem die Arbeit mit den Kleinkindern. Die Krippe ist, wie berichtet, im neuen Anbau der Kita untergebracht. „Hier ist ein vollkommen entschleunigter Bereich“, erklärt Strauß bei einem Rundgang durch die Räume.

Insgesamt 180 Kinder kommen nahezu täglich in den Zauberwald, angefangen von einem Jahr bis hin zum Grundschulalter. „Das ist für alle in erster Linie eine pädagogische Herausforderung“, sagte Strauß. 33 Mitarbeiter hat die Einrichtung inzwischen. 14 neue Kräfte seien seit August dabei. „Die sind hier alle sehr offen und herzlich aufgenommen worden“, ist sich Strauß sicher. Dennoch habe jeder, ebenso wie die Kinder, seine Eingewöhnungsphase gebraucht.

Von Anfang an sei das gesamte Team bei den Planungen und der Entwicklung der Räume mit im Boot gewesen, „dadurch passt alles nun sehr gut in unser pädagogisches Konzept“. Speziell innerhalb der Krippe gebe es kurze Wege und durchdachte Anordnungen, die es den Erziehern erlaubten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: die Kinder. Schiebetüren ermöglichen ein flexibles Raumsystem und erleichtern den Kontakt der Kollegen untereinander.

Einen eher längeren Weg hingegen hat das Betreuungsteam vom Hort. Um zu den Personalräumen zu gelangen, muss es einmal quer durch das ganze Haus. „Das hat aber auch den Vorteil, dass man sich zwischendurch mal sieht“, sagte Annette Gallmann, stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte. Die einzige Sorge, nämlich dass der Eingangsbereich zu klein sein könnte, habe sich in der Praxis als unbegründet erwiesen. „Das läuft alles prima ab“, freute sich die Leiterin. Lediglich Lager- und Besprechungsraum hätten etwas größer sein können, doch klagen oder gar jammern wollte keiner. „Man muss eben die Materialien gut planen, dann passt das schon“, betonte Gallmann.

Während im unteren Bereich des neuen Anbaus 20 Krippenplätze untergebracht sind und damit einen eigenen, abgeschlossenen Bereich bilden, wird ein Raum im ersten Stock noch bis September für weitere zehn Plätze eingerichtet. Diese Plätze der U3-Betreuung werden geteilt. Das bedeutet, dass zum Beispiel eine Familie an zwei Tagen, eine andere an drei Tagen den Platz nutzt. Noch ist der Raum nicht fertig eingerichtet, doch einen ersten Eindruck bekamen die Besucher beim Sommerfest.

Ebenfalls noch nicht ganz fertig ist auch das Außengelände. Der Anbau entstand auf einem Teil des alten Areals, dafür gab’s einen Teil des angrenzenden öffentlichen Spielplatzes dazu. „Um das neu eingesäte Gras wachsen zu lassen, durften die Kinder bisher nur auf die Terrassen“, erläuterte Annette Gallmann.

Beim Sommerfest war lediglich eine Terrasse immer noch mit einem Flatterband abgesperrt. „Hier fehlen auch noch einige Spielgeräte wie die Tischtennisplatte für den Hort, die Kräuterspirale oder die neue Wasserpumpe“, sagte Gallmann.

Den Kletterturm hingegen dürfen die Kita-Kinder schon ab heute ausprobieren. Das leicht abschüssige Geländes ist terrassenförmig angelegt. Kosten von insgesamt 140 000 Euro sind für den Außenbereich vorgesehen „und wir liegen derzeit auch voll im Rahmen“, sagte Erster Stadtrat Christof Fink (Grüne). 30 000 Euro davon möchte der Förderverein übernehmen. 24 000 Euro hat er bereits zusammen, wie der Vorsitzende Oliver Joachim mitteilte. Und so habe man auch allen Grund zum Optimismus, auch noch die fehlenden 6000 Euro zusammenzubekommen. Optimismus und den Schwung des Neuen beizubehalten, „das wünsche ich mir auch für die Zukunft“, sagte Strauß.

(c) Taunus-Zeitung, Artikel vom 17.06.2013, 03:00 Uhr (letzte Änderung 17.06.2013, 03:45 Uhr)